BILD am SONNTAG berichtet über Endometriose

Aufklärung zum Thema Endometriose ist enorm wichtig, da die Frauenkrankheit häufig sowohl von Ärzten als auch von Betroffenen nicht erkannt wird. Umso erfreulicher ist es, dass ein Medium mit hoher Reichweite, wie die BILD am SONNTAG, im November 2016 einen ausführlichen Artikel zu der Erkrankung veröffentlichte. Wir haben die wichtigsten Inhalte für Sie zusammengefasst.

Aufgegriffen wird das Schicksal von zwei Frauen: eine 28-jährige Physiotherapeutin aus Niedersachsen und eine 41-jährige Landschaftsarchitektin aus Hessen. Die jüngere der beiden, deren Name die Redaktion auf Milena Ballhof geändert hat, erfüllte sich im Jahr 2015 ihren Kinderwunsch, obwohl sie aus medizinischer Sicht als potenziell unfruchtbar einzustufen war. Etwa der Hälfte der zwei Millionen Endometriose – Erkrankten in Deutschland bleibt tatsächlich eine Schwangerschaft versagt.

Mehrere Organe können betroffen sein

Sylvia Mechsner, Leiterin des Endometriosezentrums an der Berliner Charité betont, dass die Symptome der Krankheit weitgehend unbekannt sind und häufig sieben bis acht Jahre bis zur Diagnose vergehen. Es handelt sich um gutartige Wucherungen des Gewebes der Gebärmutterschleimhaut, von der neben der Gebärmutter selbst auch Eierstöcke, Blase, Darm, Harnleiter und das Bauchfell betroffen sein können. Teils wachsen sie gar in die Organe hinein und beeinträchtigen damit ihre Funktion. So wird häufig auch verhindert, dass sich befruchtete Eizellen in der Gebärmutter einnisten können. Bei Milena Ballhof erfolgte die Diagnose erst, als ihre Blase kurz vor dem Versagen war. Beunruhigt hatte sie, dass sie 40-mal täglich zur Toilette gehen musste. Am Ende musste ein Teil der Blase operativ entfernt werden. Nach der Operation wurde ihr ärztlich geraten, sofort schwanger zu werden, da die Wucherungen erneut auftreten können. Tatsächlich gelang das bereits drei Monate nach dem Eingriff. Dies klappt bei Weitem nicht in jedem Fall. Die Chance steigt jedoch, je früher die Krankheit erkannt wird.

Warnsignale nicht herunterspielen

Die Wucherungen können starke, krampfartige Schmerzen verursachen, welche häufig werden der Menstruation auftreten. Auch außerhalb dieses Zeitraums können sie bestehen. Mögliche Begleitsymptome sind Übelkeit, Erbrechen oder Kreislaufzusammenbruch während der Regelblutung. Auch verlieren Frauen sehr viel Blut und fühlen sich abgeschlagen.

So hat etwa auch die Landschaftsarchitektin aus Hessen einen langen Leidensweg mit zahllosen Arztbesuchen hinter sich. Erst nach sieben Jahren erhielt sie die Diagnose. Zu diesem Zeitpunkt war bereits der gesamte Bauchraum befallen. Problematisch war insbesondere, dass ihr früherer Frauenarzt die massiven Schmerzen nicht ernst nahm. Selbst Arthrose wurde fälschlicherweise diagnostiziert. Die Folgen für die 41-jährige: neun Stunden Operation, Teilentfernung von Gebärmutter und Darm, Lähmung in der rechten Fußspitze. Dies zeigt, dass starke Regelschmerzen unbedingt als Warnsignale gewertet werden müssen.

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