„Checkliste Arztbesuch“ – für Frauen mit Endometriose

Endometriose – Erkrankte haben eine ganze Reihe von Fragestellungen. Dieses Infoblatt (demnächst als Broschüre verfügbar) fasst die wichtigsten Informationen zusammen. Ärzte können durch das Aushändigen wertvolle Zeit einsparen. Betroffene profitieren von mehr Transparenz und Aufklärung.

1. Ablauf in Praxis und Klinik

Der Weg vom ersten Termin bis zur Entlassung aus einer Praxis oder Klinik ist von Bürokratie geprägt. Häufig ist zudem aufgrund von Begleiterkrankungen eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ärzten weiterer Fachbereiche erforderlich. Um offene Fragen zu vermeiden, bringen Sie folgende Dinge möglichst immer mit:

  • Vorbefunde
  • Überweisungen
  • Untersuchungsprotokolle
  • Medikamentenlisten
2. Das Arztgespräch

Im Optimalfall haben Sie alle relevanten Unterlagen (siehe Punkt 1) in die Praxis mitgebracht, damit sich Ihr Arzt gut auf das Gespräch vorbereiten kann. Eine gelungene Arzt-Patienten-Kommunikation hat folgende Inhalte:

  • Aufklärung
  • Beratung
  • Verständliches Aufzeigen des weiteren Ablaufs
  • Aufzeigen der Ziele
  • Voraussichtliche Dauer der Therapie
  • Nennung realistischer Erfolgschancen
  • Betrachtung interdisziplinärer Möglichkeiten

Patientinnen müssen sowohl auf die bevorstehende Therapie vorbereitet, als auch bei der Nachsorge begleitet werden. Bestenfalls werden auch alternative Methoden aufgezeigt oder es erfolgt zumindest ein Hinweis auf selbige.

Patientinnen sollten vor dem Termin sämtliche Fragen aufschreiben und wichtige Punkte während des Gesprächs notieren.

Denken Sie nach dem Arzttermin außerdem an Folgendes:

  • Abklären, wohin Berichte, Laborergebnisse und Befunde geschickt werden
  • Unterlagen ggf. selbst mitnehmen (Befunde, Laborberichte, Bilder, CDs, Arztbrief usw.)
  • Erfragen: In welchem Stadium befindet sich die Endometriose?
  • Überweisungen und Rezepte nicht vergessen
  • Antrag AHB (Anschlussheilbehandlung) und Rehabilitation

Nehmen Sie möglicherweise eine Begleitperson mit zu den Gesprächen, welche Sie dabei unterstützt, dass kein Punkt vergessen wird. Ein Begleiter ist zudem hilfreich für das „Gedächtnisprotokoll“.

3. Die Diagnostik

Für die Endometriose-Diagnostik stehen folgende Vorgehensweisen zur Verfügung, die nach Möglichkeit genutzt werden sollten:

  • Gründliche Befragung und Untersuchung durch Gynäkologen (Hilfsmittel: Anamnesebogen, Schmerzscalen)
  • Untersuchung (Tastuntersuchung und bildgebende Untersuchung) durch Gynäkologen
  • Berücksichtigung sowohl typischer als auch untypischer Beschwerden
  • Ausschluss anderer Erkrankungen
  • Ggf. Durchführung eines sog. „Pillentests“
  • Definitive Diagnosesicherung: endoskopische Betrachtung der Bauchhöhle

Besondere Priorität haben Tastuntersuchung und bildgebende Diagnostik, da hier auch die angrenzenden Organe wie Blase, Nieren und Darm untersucht werden. Abhängig vom Befund leiten sich hieraus Maßnahmen in weiteren medizinischen Fachbereichen ab.

Bei Betroffenen, deren Kinderwunsch unerfüllt ist, sind ggf. folgende Untersuchungen ratsam:

  • Kontrolle der Eileiterdurchgängigkeit
  • Gebärmutterspiegelung
  • Untersuchung der Fertilität des Partners
4. Die Therapie

Grundsätzlich stehen zwei Therapieformen zur Verfügung:

  • Symptomatische Behandlung mit Schmerzmitteln und Hormonpräparaten
  • Operation (ggf. im Rahmen der endoskopischen Untersuchung), organerhaltendes Vorgehen im Vordergrund

Bei eher unauffälligem Untersuchungsbefund und ohne aktuellen Kinderwunsch sollte zunächst mit der medikamentösen Therapie begonnen werden. Unterstützend stehen alternative Ansätze zur Verfügung:

  • Osteopathie
  • Traditionelle chinesische Medizin
  • Homöopathie
  • Physiotherapie
  • Psychologische Unterstützung
  • Ernährungsumstellung

Achtung: Endometriose ist nach heutigem Stand rezidiv. Das heißt, ein Wiederauftreten nach Operationen ist wahrscheinlich. Entsprechend kommt auch der Nachbehandlung hohe Bedeutung zu.

5. Selbsthilfe

Über das Arztgespräch hinaus kann die Teilnahme an Selbsthilfegruppen zahlreiche Vorteile für Betroffene bringen. Sie haben die Möglichkeit, sich auszutauschen und Informationen zu erhalten. Das seelische Wohlbefinden lässt sich ebenfalls hierdurch meist deutlich steigern.

Selbsthilfegruppen unterstützen darüber hinaus bei schwierigen Fragen im Umgang mit Behörden, beispielsweise bei der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises.

6. Krankenhausaufenthalt

Häufig vergessen Patientinnen, selbstverständliche Dinge mit ins Krankenhaus zu nehmen. Denken Sie neben naheliegenden Utensilien wie Bekleidung und Hygieneartikeln auch an persönliche Gegenstände, welche Ihnen ein besseres Wohlbefinden bereiten und Ihnen Sicherheit geben.

Nicht selten verlassen Betroffene das Krankenhaus nach einer OP, ohne zu wissen, welche Schritte nun folgen. Klären Sie unbedingt ab, wohin Ihre Unterlagen (OP-Bericht, Laborbericht, Befund, ggf. Bilder, Bericht des Arztes) geschickt werden oder lassen Sie sich diese selbst aushändigen.

Ihre Bewertung

Diese Bewertung können Sie anonym beim Arzt hinterlassen und/oder auch per E-Mail an kontakt@netzwerk-endometriose.de senden.

Wie beurteilen Sie Ihren Arzttermin im Hinblick auf folgende Faktoren?

sehr gut

gut

weniger gut

schlecht

Freundlichkeit des Personals und des Arztes (Telefon, Empfang, Gespräch)

Informationsversorgung

Termin inkl. dessen Einhaltung

Umgang mit Beschwerden und Einwänden

Hygiene

Platz für Anmerkungen

Was möchten Sie sonst noch gerne mitteilen?

 

 

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