Endometriose

1. Was ist das?

Endometriose ist eine verheerende Frauenerkrankung, die einen chronischen Charakter hat. Gebärmutter-schleimhautähnliches Gewebe siedelt sich innerhalb des Bauchraumes im weiblichen Becken und den Geschlechtsorganen an, dabei sind die Ausbreitungsorte, die Größe und Intensität der Beschwerden bei jeder Frau ganz individuell. Diese steck-nadelkopfgroßen Zellen fangen meist unter Hormoneinfluss an zu wachsen.

Primär sind die Östrogene daran beteiligt. Die Endometriosezellen können zyklusabhängig bluten und Entzündungen sowie Vernarbungen/ Verwachsungen hervorrufen.

2. Wer kann an Endometriose erkranken und welche Beschwerden weisen darauf hin?

Hauptsächlich erkranken Frauen an Endometriose, vom Teenager mit Beginn der ersten Periode bis hin zu Frauen in den Wechseljahren. Mittlerweile betrifft es jede 10. Frau, dabei entwickeln ca. 50 % von ihnen wenig bzw. keine Symptome. Ansonsten werden die unterschiedlichsten Symptomatiken beschrieben.

Diese können u.a. sein:

  • starke Schmerzen im Unterleib vor, während oder auch nach der Periode
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • ungewollte Kinderlosigkeit
  • starke Blutungen während der Periode
  • Schmerzen beim Wasserlassen oder Stuhlgang
  • Blutungen aus Blase und/oder Darm während der Periode
  • Erschöpfungszustände und vermehrte Infektanfälligkeit

3. Wie kann die Endometriose diagnostiziert werden?

Um zunächst eine evtl. andere vorliegende Erkrankung ausschließen zu können, die ähnliche Beschwerden verursacht, ist eine gründliche Untersuchung und Befragung durch einen/einer GynäkologIn, der/die mit Endometriose: ICD-10-GM Version 2013 vertraut ist, der erste Schritt. Sollte danach weiterhin der Verdacht auf Endometriose bestehen, kann dieses nur durch eine Bauchspiegelung in einem erfahrenen Krankenhaus oder Endometriosezentrum festgestellt werden.

4. Welche Therapiemöglichkeiten gibt es, und kann ich evtl. nach einer OP erneut an Endometriose erkranken?

Bei jeder Frau sind die Beschwerden und körperlichen Einschränkungen unterschiedlich ausgeprägt. So sollten bei einem Therapieplan auch die Wünsche und Ziele der Betroffenen berücksichtigt werden. Danach entscheidet sich, ob eine Schmerzbehandlung, alternative Heilmethode, Hormonbehandlung oder auch operative Maßnahme durchgeführt wird. Der bisherige Standard sieht eine operative Entfernung der Endometriose vor in Kombination mit einer hormonellen Nach- oder Dauerbehandlung. Gerade bei Frauen mit Kinderwunsch und ausgedehntem Befund wird die Fruchtbarkeit dadurch positiv gefördert. Mit Hilfe der assistierten Reproduktionsmedizin können weitere Erfolge erzielt werden. Zudem kann die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe Ihre individuelle Therapie unterstützen und helfen, Ängste abzubauen. Da die Endometriose nach dem heutigen Stand der Forschung nicht heilbar ist und chronischen Charakter hat, ist ein Wiederauftreten (Rezidiv) der Erkrankung gegeben. Verschiedene Faktoren spielen dabei eine Rolle, bspw. das Stadium der Ausbreitung beim letzten operativen Eingriff oder die Art der Therapiemethode. Bei einer mittelschweren Endometriose gehen Mediziner von einem Wiederauftreten nach 3 – 5 Jahren bei ca. 70 % der Betroffenen aus.

5. An wen kann ich mich wenden, wenn ich weitergehende und unabhängige Informationen, Beratung oder Unterstützung benötige?

Zunächst einmal sollte durch den behandelnden Arzt/ Ärztin eine ausführliche Aufklärung über die Erkrankung erfolgen. Da das oftmals im hektischen Praxisalltag immer wieder zu kurz kommt, bieten die Endometriose – Leitlinie und auch die Literatur umfassende Themen zur Endometriose. Hilfreiche Unterstützung finden Sie auch in Selbsthilfegruppen und profitieren dort u. a. von der Erfahrung anderer Patientinnen. Ambulante Versorgungs-konzepte existieren derzeit nicht oder befinden sich erst noch im Aufbau. So tragen Selbsthilfegruppen sehr positiv zur Krankheitsbewältigung bei. Jede Gruppe ist individuell und arbeitet unterschiedlich. Betroffene unterstützen Betroffene – ein Konzept das aufgeht, aber es zeigt auch, dass ein/e Arzt/ Ärztin dieses niemals in der Form bieten kann. Eine weitere Möglichkeit ist die stationäre Rehabilitationsmaßnahme (AHB oder Reha). Spezialisierte Reha-Kliniken entwickelten Programme für Endometriosepatientinnen. Es sollen frühzeitig Strategien zum Umgang mit der Erkrankung erlernt und individuelle Therapiewege erarbeitet werden, um einer Ausbreitung der Endometriose und dem Wiederauftreten entgegen zu wirken oder zumindest die Zeitintervalle zu verlängern. Mehr Lebensqualität erlangen, dass ist das meist gewünschte Ziel einer Endometriosebetroffenen.

6. Aufklärungssystem für mehr Sicherheit und Recht über Dokumentierte Patientenaufklärung!

Informationen zu möglichen Risiken, Komplikationen und schulmedizinischen Behandlungsalternativen. Patientenaufklärungsbogen “Endometriose- medikamentöse Behandlung” Kurzcode Gyn09-2Bitte vor dem Aufklärungsgespräch lesen! Verwendung mit freundlicher Genehmigung der Thiele Compliance GmbH, Erlangen. Copyright 2008 by Diomed in Thieme Compliance GmbH.

7. Wie informiere ich mich richtig!

Endometriose verständlich und kompakt – das neue Informationsblatt steht jetzt kostenlos zum Ausdrucken bereit.
 Auf zwei Seiten informiert die neu erschienene Kurzinformation „Endometriose – was für Sie wichtig ist“ über Krankheitszeichen, den oft langen Weg zur Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten. Betroffene Frauen finden hier wichtige Fakten und praktische Tipps zum besseren Umgang mit der Erkrankung.

8. Fallbeispiele!

Fall I, Impressionen zweite Bauchspiegelung
Fall II, Impressionen zweite Bauchspiegelung
Fall III, Impressionen erste Bauchspiegelung

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.