Gesundheitsmagazin „Sprechstunde Leipzig“ berichtete über Endometriose

Viele Frauen durchleben regelmäßig Schmerzen vor und währen ihrer Periode, was an sich nichts Außergewöhnliches ist. Sind die Beschwerden im Unterleib jedoch extrem krampfartig, steckt möglicherweise die Erkrankung Endometriose dahinter. In seiner Winterausgabe 2015/2016 berichtete das Gesundheitsmagazin „Sprechstunde Leipzig“ ausführlich über dieses Thema und leistete so einen Beitrag zur dringend notwendigen Öffentlichkeitsarbeit. Wir haben die wichtigsten Inhalte für Sie zusammengefasst.

Symptome höchst unterschiedlich

Endometriose ist eine gutartige Erkrankung, bei der sich vorwiegend im unteren Becken- und Bauchraum Gebärmutterschleimhaut ansiedelt. So können etwa Blase, Darm oder Eierstöcke betroffen sein. Die Krankheitsherde reagieren auf Hormonveränderungen, die durch den weiblichen Menstruationszyklus hervorgerufen werden. Größe, Ort und Schmerzintensität unterscheiden sich von Frau zu Frau teils enorm. Manche der Betroffenen erkennen keinerlei Symptome, während es bei anderen zu Schmerzen beim Wasserlassen, Stuhlgang oder Geschlechtsverkehr kommt. Befallen die Endometriose-Herde die Eierstöcke, kann Unfruchtbarkeit die Folge sein.

Bis zur Diagnose vergehen oft Jahre

Häufig vergehen Jahre, bis Endometriose überhaupt diagnostiziert wird. Professor Dr. Uwe Köhler, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Klinikum St. Georg, betont, dass eine sichere Diagnose meist nur durch eine Bauchspiegelung und die Untersuchung entnommenen Gewebes möglich ist. Mit sogenannten Laparoskopen erkunden die Ärzte hierbei die Bauchhöhle, können Krankheitsherde identifizieren und im besten Fall gleich das betroffene Gewebe entfernen, sagt Köhler. Etwa 20 Operationen dieser Art führen seine Gynäkologen pro Jahr durch. Nach dem Eingriff sollten Patientinnen Hormonpräparate einnehmen, um ein erneutes Auftreten zu verhindern. Außerdem können Medikamente dabei helfen, die Schmerzen einzudämmen. Eine Behandlung ist jedoch in jedem Fall ratsam, da sich die Herde sonst immer weiter ausbreiten.

Oft seelische und soziale Folgen

Besonders Frauen, die lange unter Endometriose leiden, kämpfen oft mit seelischen und sozialen Folgen. Tilia, verantwortlich für das Netzwerk Endometriose, organisiert daher Selbsthilfegruppen für Betroffene. Sie will aufklären, informieren, sensibilisieren, den Austausch fördern und erkrankten Frauen dabei helfen, ein Stück ihrer Lebensqualität zurück zu erlangen.

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