Hintergründe zum Spendenaufruf „Endometrioseforschung“

In unserem Spendenaufruf zur Endometrioseforschung haben wir bereits dargestellt, wie schlecht es aufgrund fehlender finanzieller Mittel um die Zukunft des gesamten Themas steht. In diesem Infoblatt möchten wir Ihnen die Hintergründe etwas detaillierter aufzeigen.

Problematik wird offensichtlich heruntergespielt

Hinsichtlich der Anzahl von Endometriose-Erkrankten in Deutschland stehen unterschiedlichste Zahlen im Raum. Offenbar sind von den Krankenkassen keine angemessenen Beträge zu erwarten. Sie sind sich uneins über Tatsachen und die Zahl der tatsächlich Betroffenen. Ärzte verwenden nachweislich ICD-Kodierungen, die nicht der Endometriose entsprechen, da andere Diagnosen besser abgerechnet werden können. Hierdurch stehen Zahlen im Raum, die sich in einer Spanne von 2 bis 8 Millionen Betroffenen bewegen. Die Ausfallkosten für die Wirtschaft werden kaum hinterfragt.

Endometriose ist unterrepräsentiert

Es existiert kein Dachverband und keine tief greifende Lobbyarbeit von Forschern, praktizierenden Fachärzten und Gesundheitspolitikern. Allgemein wird Endometriose in der Gynäkologie sträflich vernachlässigt. Die Pharmaindustrie sieht offensichtlich keine hohen Gewinnpotenziale mehr und konzentriert sich ebenfalls auf andere Bereiche.

Engagement von Betroffenen

Es fehlt leider nicht nur an Forschung, Information und Aufklärung. Auch die Betroffenen selbst könnten sich wesentlich stärker engagieren. Schuldzuweisungen in öffentlichen Internetforen ändern rein gar nichts an der Situation. Es erfordert Mut, sich an Spendenaufrufen, Selbsthilfegruppen (SHG), Veranstaltungen und sonstigen Formen der Öffentlichkeitsarbeit zu beteiligen. Dennoch ist es überaus wichtig, sich mit anderen Frauen solidarisch zu erklären und sich gegenseitig zu unterstützen.

Erkrankte, die sich auf diese Weise nicht einbringen können oder möchten, haben immer noch die Option, einen Betrag zu spenden. Würde jede Betroffene in Deutschland nur 10 Euro geben, wäre die Endometrioseforschung einer der Bereiche mit der besten finanziellen Ausstattung und würde international Anerkennung finden. Jeder Euro verhilft der Endometriose aus ihrem Schattendasein und trägt dazu bei, dass die Erkrankung nicht länger als „harmloses Frauenleiden“ abgetan wird. Jeder Euro bringt darüber hinaus mehr Sicherheit, mehr Information und dadurch letztlich auch eine bessere medizinische Versorgung.

Wir bitten Sie daher ganz herzlich: Tragen Sie jetzt Ihren Teil dazu bei, das Leben von Endometriose-Erkrankten langfristig zu verbessern!